Erinnerungen

Da ich derzeit oft wach liege, habe ich viel [zu viel] Zeit zum Nachdenken und mich an Dinge aus meiner Kindheit zu erinnern.

Dinge, die ich so „anstellte“. Gerne auch NACHTS!

Es war einmal kurz nach Weihnachten, da spielte ich nachts mit meiner neuen Puppe. Sie war „riesig“ und saß in einem kleinen Plastikstuhl vor der Heizung. Vom Bett aus konnte ich sie sehr gut sehen, da meine Tür geöffnet war und das Licht vom Flur reinleuchtete und da ich nicht schlafen konnte oder wollte, stand ich auf. Ich nahm eine Haarbürste und Lippenstift aus dem Bad und setzt mich an mein „Werk“. Ich öffnete die schönen geflochtenen Zöpfe und kämmte [verknoten trifft es wohl eher] die Haare. Ich trug ihr Lippenstift auf und wollte ihr dann noch etwas anderes anziehen.

Das klappte nicht. Ich schimpfte vor mich hin und plötzlich  kam meine Oma, die zu Besuch war, in mein Zimmer und lachte.

Dann rief sie meine Mutter und ich weinte, weil ich doch noch nicht fertig war.

Meine Oma zog die Puppe um und meine Mutter rettete den Lippenstift und verfrachtete mich wieder ins Bett. Da war ich so ca. 4 Jahre alt.

Aus etwa der gleichen Zeit stammt auch die nächste Erinnerung. Ich sollte mal wieder schlafen… naja.

Stattdessen nahm ich eine Puppenbadewanne und füllte sie im Bad mit Wasser. Das Ding war schwer, aber ich schaffte es ohne Unfälle bis zu meinem Zimmer. Ich stellte die Wanne vor meinen Kleiderschrank und nahm mir die Puppenkleider.

Wer kann sich denken, was ich machen wollte?

 

Richtig- WÄSCHE WASCHEN!

Ich ertränkte also die Kleidchen im Wasser und legte sie zum Trocknen über alles, was ich so finden konnte. Stühle, Heizung, Bett.

Nachdem ich fertig war, schob ich die Wanne unter meinen Kleiderschrank [super Versteck] und ging schlafen.

Meine Mutter dachte am nächsten Morgen sie sei im falschen Film.

 

Ich erinnere mich auch an eine sehr sehr unangenehme Situation, als ich Mittagsschlaf machen sollte, aber nicht wollte. Da war ich ca. 2 oder 3 Jahre. Ich war wohl nicht in allerbester Laune, sodass mein Vater mich ins Bett verfrachtete und den Rollladen sehr wütend runter machte. Tür zu.

SO schlief ich sonst nie und Mittagsschlaf machte ich eigentlich auch sehr selten. Rollladen ganz runter und Tür zu war sowas wie die Höchststrafe. Naja… ich schlief weinend ein.

 

Ich fand es auch schrecklich, als sich mein jüngerer Bruder mit ca. 2 Jahren vor Wut mit dem Kopf nach vorne die Steintreppe im Garten runterstürzte. Um diese Zeit rum knallte er auch mal seinen Kopf auf einen Legostein und hatte davon einen Abdruck auf der Stirn. Sein Kopf war voller Beulen und die Leute auf dem Flohmarkt machten sich über ihn lustig, er solle beim Laufen einen Helm anziehen. Ich fand das nicht lustig.

 

Die schlimmste Zeit für mich war die Zeit in meinem ERSTEN Kindergarten. Ich war 3 Jahre und musste mit einer Busbegleiterin mit dem Grundschulbus nach Hause fahren. Sie zwang mich nach dem Mittagessen, meinen SPRUDEL auszutrinken. Ich HASSE Sprudel. Ich mag das Gefühl nicht. Sie machte Druck, dass ich sonst nicht nach Hause kommen würde, weil der Bus einfach ohne mich fährt.

Und auch sonst lief in dem Kindergarten viel schief, sodass ich mich irgendwann weigerte und „krank“ war. Ich durfte dann den Kindergarten wechseln [Danke an meine Eltern, die das Problem ernst genommen haben!].

In dem neuen [„meinem“] Kindergarten habe ich viele Jahre später auch mein FSJ und einen großen Teil meiner Ausbildung absolviert. Nun arbeite ich dort. :)

 

Ich könnte noch ewig über Erinnerungen weiter schreiben… aber für heute reicht es erstmal. :)

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5 Gedanken zu “Erinnerungen

  1. Die Geschichte mit der Wäsche fand ich am besten ^_^
    Ich hätte an stelle deiner Mutter sicher auch nicht schlecht geschaut, wenn am nächsten morgen das Zimmer mit “ gewaschener Puppenkleidung“ dekoritert gewesen wäre :D

    An meinen ersten Kindergartentag erinnere ich mich auch noch sehr gut. Ich fand die Idee vom Kindergarten doof. Die meisten anderen Kinder waren mir zu wild, und zu frech. Ich war ruhig und schüchtern.

    Kaum hatte meine Mutter mich in der Gruppe abgeliefert ( Eingewöhnung und Bezugserzieherin waren damals wohl fremdworte) stand ich weinend in der Gruppe.

    Da kam ein Mädchen auf mich zu, gucke mich an und sagte “ heul nich du doofer Trauerkloß“
    Der Tag war für mich natürlich gelaufen. Und ich war sehr froh als mich meine Mama wieder abholte.

    Später als ich mich an alles gewöhnt hatte, und Freunde fand, ging ich auch gern in den Kindergarten :)

    • Ja an eine Eingewöhnung kann ich mich auch nicht erinnern und an die Erzieherinnen noch weniger. Mir kam der Raum immer wie ein Labyrinth vor. Viele abgetrennte kleine Bereiche und man steckte dann in einem der Löcher. Allein. Keiner wollte mit mir spielen, stattdessen nahmen sie mir alles weg oder machten es kaputt. Ich weinte viel und es war wohl allen egal. Ich wollte mal meine Nachbarin in der Nachbargruppe besuchen und durfte nicht, weil ich ja so eine Heulsuse sei. -.-“ Ich war 3, alleine und wollte zu der einzigen Person, die ich kannte. Das einzig TOLLE war die Turnlehrerin, die manchmal kam und mit uns im Turnraum spielte. :D In dem neuen Kindergarten war dann alles okay. Ich hatte Bezug zu den Erzieherinnen und auch sonst war da alles anders. :) ZUM GLÜCK!

  2. Freunde treffen aus anderen Gruppen ging bei uns auch nur draußen.
    Offene oder teiloffene Gruppen gab es nicht.
    Allgemein war der Pädagogische teil damals ( ich bin 27 )
    viel viel kleiner als er heute ist.

    Bei uns wurde die Eingewöhnung eben einfach so nebenbei durchgezogen, nach dem Motto “ Das schaffen die Kids schon, nur ein großes Tamtam daraus machen“
    Und früher oder später hatte sich eben jedes Kind an die Situation gewöhnt.
    Für 3 Jährige nicht besonders einfach, ich bin froh das es heute in den Kindergärten anders abläuft :)

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