Die ersten Tage im Krankenhaus

{ Ihr Lieben, das Passwort für den Geburtsbericht lautet „Augustmädchengeburt“. Ihr dürft ihn gerne lesen, aber es war definitiv keine Traumgeburt ohne Probleme. Doch am Ende war alles gut und das Mädchen endlich da! :) Lesen auf eigene Gefahr. }

 

Am Montag, nachdem das Augustmädchen aus der Kinderklinik zurück zu mir in das Entbindungskrankenhaus gebracht wurde, haben wir eigentlich nur noch geschlafen und versucht zu stillen. Es klappt mit ein paar Problemen soweit ganz gut. Besuch war keiner geplant, wir informierten aber unsere Familien über ihr Ankommen und machten Besuchertermine für den kommenden Tag aus. Meinen ersten Gang auf die Toilette mit Hilfe einer Schwesternschülerin und die Entfernung der Braunüle gefühlte Stunden später waren auch schon mal kleine Meilensteine des Tages. Der Herzmann verabschiedete sich auch am späten Nachmittag und fuhr total übermüdet nach Hause.

Ich hatte noch ein wenig Ruhe, bis der Besuch meiner Bettnachbarin, die aber noch im Kreißsaal war, das Zimmer stürmten. Das Kind war noch nicht auf der Welt und die standen alle in dem Zimmer und warteten. Ich versuchte, diese ganzen Leute zu ignorieren und mit dem Mädchen kuschelnd ein wenig zu dösen.

Geweckt wurde ich dann von der Ankunft meiner Bettnachbarin. Und ich wollte doch nur RUHE! Die hatte ich gegen 22 Uhr. Ich legte das Mädchen noch ein weiteres mal an und es klappte wieder mit ein paar Problemen erstaunlich gut.

Die Nacht war dann durchwachsen. Sowohl das Mädchen, als auch der Junge der Bettnachbarin erbrachen mehrfach sehr viel Fruchtwasser und die Nachtschwestern standen auch dauernd im Zimmer.

Um 4 Uhr nachts wurden die beiden Mäuschen dann zum Waschen und Wickeln abgeholt. Wir waren wach und wunderten uns eigentlich nur über die Uhrzeit. Um halb 5 war dann bis 8 Uhr Ruhe. Da kam dann die Frau vom Frühstücksbuffet und fragte, ob wir etwas auf das Zimmer haben möchten, oder zum Buffet gehen. Ich wählte das Buffet. Endlich Bewegung.

 

Der Tag bestand dann aus der Chefarztvisite. Dem Assistenzarztbesuch. Dem Besuch der Stillberaterin, die ich noch nicht benötigte, da es bis zu dem Zeitpunkt noch gut klappte, auch wenn das kleine Mädchen weiterhin viel spuckte. Und so weiter….

Gegen Mittag bekam ich dann von den frisch gebackenen Großeltern Besuch und das war es dann auch schon.

Ruhe hatte ich leider nicht, da die Nachbarin den ganzen Tag über sehr viel Besuch hatte. Meine Vorschläge, in den Besucherraum zu gehen, wurden ignoriert.

Ich war froh, als der Herzmann nach der Arbeit vorbei kam und ich mit ihm im Besucherraum meine Ruhe hatte.

Der stellvertretende Chefarzt, der den Kaiserschnitt durchgeführt hätte, kam ebenfalls noch kurz bei uns vorbei. Er erzählte, dass er am Tag der Geburt gegen 11 Uhr im Kreißsaal angerufen hätte, um sich nach uns zu erkundigen und ob ein Kaiserschnitt noch im Raum stehen würde, doch da war das Mädchen ja schon auf der Welt. Er beglückwünschte mich zu meiner Entscheidung gegen den Kaiserschnitt und der spontanen und dann doch schnellen Geburt des Augustmädchens. Auch die Hebammen des Krankenhauses fragten meine Beleghebamme, wie es mit uns noch weiter ging und fanden es sehr „stark“, dass ich so zu meiner Entscheidung (kein Kaiserschnitt, keine PDA) stand. 

Die zweite Nacht war dann wieder sehr… durchwachsen. Das Mädchen schlief viel und ich bekam sie zum Stillen nicht wach. Zudem spuckte sie weiterhin mehr raus, als rein kam. Ich klingelte also nach der Nachtschwester und eine laaaaaange Nacht began. Alle 2 Stunden stand die Schwester an meinem Bett und half mir, das Mädchen wach zu bekommen. Als sie dann gegen 5 Uhr morgens gewaschen, gewickelt und gewogen wurde, hatte sie schon einiges abgenommen. Zudem waren ihre Bilirubinwerte [Gelbsucht] schon erhöht und die Nachtschwester erklärte mir die Milchpumpe. Ab nun also abpumpen, sobald es, trotz Stillhütchen, nicht klappt.

 

Als die Stillberaterin am nächsten Vormittag kam, verbrachte sie mehrere Stunden mit uns. Ich war ein wenig verzweifelt, weil ich nur sehr wenig abpumpen konnte und sie dies kaum trinken wollte. Eine Runde Intensivbonding [ich nenne das jetzt einfach mal so] wurde verordnet und das Mädchen immer wieder wecken und zum trinken animieren. Während dessen kam aber der Assistenzarzt, das Mädchen sollte zur Blutentnahme, die Essensfrau störte auch irgendwann… innerhalb einer Stunde kamen 10 Leute in das Zimmer und wollten irgendwas von einem und störten oder nahmen mir das Mädchen für Untersuchungen weg. Meine Herzfreundin war zum Glück über 4 Stunden da und beruhigte mich. Ich wäre sonst dezent verzweifelt. Abends kam der Herzmann und beruhigte mich ebenfalls. Die Sache mit dem Herz, die Gelbsucht, der Gewichtsverlust und – dank Stillberaterin – das nun bekannte Problem mit ihrer Zungenmotorik.

Die Nachtschwester kam wieder bei mir vorbei und wir beschlossen dann, dass ich ab jetzt nur noch abpumpe. Alle zwei Stunden. Zum Stillen war sie viel zu geschwächt. Ich sagte ihr auch, dass ich gerne am kommenden Tag nach Hause möchte, daher machte sie nachts noch den Hörtest [super bestanden!] und gab mir direkt die Blutwerte und das Gewicht weiter. Beides genau auf der Grenze. Wir wanderten also alle zwei, spätestens drei Stunden in das Stillzimmer und pumpten ab und fütterten dann erst mit einer Minispritze, später mit kleinen Flaschen mit Frühchensaugern. Es war anstrengend, sie immer wieder zu wecken und weiter zu füttern. Ich musste sie regelrecht zwingen. Dafür spuckte sie nun kaum noch.

 

Am dritten Lebenstag wollte ich also nach Hause. Ich stand morgens um 8 Uhr auf, ging abpumpen, fütterte das Mädchen, wollte sie wickeln und dann zum Frühstück. Stattdessen kam aber eine Ärztin und erklärte mir, ich solle noch zwei weitere Tage bleiben. WIE BITTE? WARUM?

Wegen den Grenzwerten. Ich erklärte ihr, während ich das Mädchen wickelte, dass ich eine Nachsorgehebamme habe und nach Hause will, da mir der Krankenhausalltag einfach zu stressig ist. Sie meinte dann nur, dass sie uns entlassen können, es dann aber kein Zurück mehr gibt und wir im Fall des Falles in die Kinderklinik müssten, welche total überfüllt ist und ich dort nicht als Begleitung bleiben dürfte.

Ich war bedient. Die Ärztin ging. Ich weinte.

 

Ich versuchte dem Mädchen noch den Rest Muttermilch zu füttern, aber sie verweigerte alles. Dann kam die Praktikantin zum Blutdruck messen, fragte dann aber, ob sie später wieder kommen solle. Ja, bitte. Danke. [Es war ihr letzter Tag und an diesem Tag forderte ich ziemlich viel von ihr ;) Neue Fläschchen, neue Sauger, neues Abpumpset, neue Einlagen,… ]

Dann kam der Assistenzarzt. Ich weinte noch immer… und die Praktikantin kam auch wieder. Uff… Naja, wenigstens der Arzt hatte Verständnis. Er meinte dann es würde nichts gegen eine Entlassung sprechen, wenn ich weiterhin abpumpe und sie so aufpeppel. Er nahm mich dann auch direkt zur Abschlussuntersuchung mit. Vor dieser hatte ich ziemlich Angst, aber es war dann doch weniger schlimm, als erwartet. So ein Ultraschall ohne Kind im Bauch ist schon merkwürdig. Es sieht so leer aus. Er klärte mich dann noch über dies und jenes auf, füllte meinen Mutterpass aus und wünschte mir alles Gute.

Dann hieß es warten, bis der Kinderarzt für die U2 kam. Der Herzmann kam Mittags für ein paar Stunden und meldete das Mädchen auf dem Standesamt an. Er musste dann aber wieder an die FH zu einem wichtigen Vortrag. Der Arzt ließ weiterhin auf sich warten.

Während dessen kam am Nachmittag noch eine Schwester zum Entlassungsgespräch bzgl. des Augustmädchens zu mir, die wohl sehr schlechte Laune hatte. Sie fand es auch verantwortungslos, dass ich schon gehe.  Diese Information hätte sie gerne für sich behalten können. Zudem fehlten in der Akte Informationen, die sie nachtragen musste. Das war aber nicht mein Fehler.

Als der Arzt ENDLICH kam, ging alles zu schnell und ich war der Schwester zu langsam. Puh… aber dann war alles geschafft. Er erwähnte wieder die Sache mit ihrem Herzchen und erkundigte sich nur kurz, wann der Kontrolltermin sei. Mehr Wortwechsel fand zwischen dem Arzt und mir nicht statt.

Ich rief den Herzmann an, doch er saß noch in der Vorlesung und konnte nicht kommen. Zum Glück war die Herzfreundin schon in den Startlöchern und rettete uns!! Sie kam nach 30 Minuten, schnappte meine gepackten Sachen, ich packte das Mädchen im MaxiCosi, wir gaben das Bettchen und die Milchpumpen- Sachen ab, verabschiedeten uns und verließen ganz schnell das Krankenhaus.

Nichts wie weg….

Ich rief noch schnell die Hebamme an und sagte ihr bescheid, dass wir endlich gehen durften. Sie meldete sich dann direkt füt den nächsten Tag an.

Mit meiner Mutter telefonierte ich ebenfalls noch, da diese für uns von Apotheke zu Apotheke eilte, um für uns noch eine Milchpumpe zu ergattern.

 

 

 

 

Zu Hause ist es doch einfach viel besser und seit dem geht es Berg auf!

 

 

 

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4 Gedanken zu “Die ersten Tage im Krankenhaus

  1. Dein Bericht über Entlassung, Gelbsucht, pumpen/stillen und diverse Probleme hört sich genau so an wie bei mir! Halte durch, es lohnt sich – wir haben es mittlerweile geschafft und unsere Prinzessin trinkt nun ausschließlich Muttermilch :-)

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