Aufreger: Beikost? Aber bitte mit…

… Schokolade, Chips und Kuchen! NICHT!

Dieser Meinung sind aber anscheinend einige Personen in meinem Bekanntenkreis.

[An dieser Stelle kann ich wieder nur den Kopf über meine Bekanntschaften schütteln. Seufz…]

Nun aber mal von Anfang an:

Das Augustmädchen wurde letzte Woche 4 Monate, befindet sich nun also im 5. Lebensmonat und pünktlich dazu bekamen wir gestern Obstgläschen geschenkt, auf denen „nach dem 4. Monat“ steht.

Totale Begeisterungsstürme bei der Schenkerin und die Frage, ob sie eines jetzt an das Mädchen verfüttern dürfte.

Auf mein „Nein“ reagierte sie total entsetzt.

Wieso, wollte sie wissen.

Ich erklärte ihr also, dass ich sie noch voll stille und dies auch noch ein wenig so sein wird und wir im Februar dann langsam mit Gemüse anfangen möchten.

Wieder entsetzt.

„Aber das Gemüse spuckt sie dir sowieso wieder aus. Obst schmeckt ihnen besser und da steht doch drauf, dass sie es darf.“

Ich muss mir von einer Verpackung nichts vorschreiben lassen… und generell sind das ja Richtlinien und keine „jetzt MUSST du aber“- Angaben.

„Aber so ein wenig trockenen Kuchen? So ein paar Krümel?Schmeckt ihr sicher.“

Nein, verdammt noch mal! An der Stelle wurde ich vielleicht auch ein wenig zickig und nahm ihr meine Tochter aus den Armen.

Sie wollte es nicht verstehen und sowieso testete sie gestern ganz schön ihre Grenzen aus. Die besagte Bekannte, nicht das Mädchen.

Heute waren wir auf einer Geburtstagsfeier, ich dachte an nichts böses, als man dem Mädchen KUCHEN vor die Nase hielt.

Ich funkte da direkt dazwischen. Entsetzte Blicke und die Frage, warum sie nicht dürfte.

„Sie ist noch klein und wir fangen erst im Februar mit der Beikost an.“

Daraufhin durfte ich mir anhören, dass Kind xyz schon mit 3 Monaten Wiener und Kuchen zum lutschen bekam.

Damit nicht genug.

Mein Blick war sicher göttlich, als die Person mir auch sagte, dass sie dem Kind abc mit 7 Monaten heimlich Schokolade gab. Gegen den Willen der Mutter! Als diese natürlich total entsetzt gewesen sei, habe sie aber nur stolz geantwortet, dass sie das immer wieder machen würde.

BITTE WAS?

Ich habe das Augustmädchen also mit Adlersaugen beobachtet. Sicher ist sicher. Am liebsten hätte ich sie nicht mehr los gelassen.

Und jetzt sitze ich zu Hause und rege mich tierisch über diese BLÖDHEIT auf!

Das ist doch nicht normal?!

Gestern dachte ich mir noch „Achja, Sonderfall. Lass sie quatschen.“

Heute dachte ich mir dann „Sch… du kannst dein Kind ja NIE WIEDER aus den Augen lassen!“

Und den Spruch „Den Kindern ist auch nix passiert!“ können sie sich auch schenken. Ich möchte das nicht! Punkt aus!

Wie kann man nur so ignorant sein?

Wieso übergeht man die Worte einer Mutter?

Vor allem bei so einem Thema bzgl. Gesundheit!

Was wäre, wenn sie eine Allergie hätte?

Was wäre, wenn sie sich verschlucken würde?

Wieso darf das Baby nicht Baby sein? Wieso soll es nicht Schritt für Schritt Essen kennen lernen dürfen?

Das ist doch schrecklich.

:(

[Und dann kam ein weiteres gerade 7 Monate alt gewordenes Baby auf die heutige Feier und wurde erst mal mit Donauwelle gefüttert… oh man. Ich bin dann nach Hause gegangen.]

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11 Gedanken zu “Aufreger: Beikost? Aber bitte mit…

  1. Oh Mann. Fällt einem nix mehr zu ein. Und bedauerlicherweise gehört meine eigene Mutter auch mit dazu. Ich schrieb es ja gestern schon, auf meine Aussage hin, dass wir stillen solange wir es beide möchten, meinte sie entsetzt , dass ich den Keks ja wohl nicht bis zur Grundschule stille. Wenn ich vom BLW spreche und dass wir das gern versuchen möchten, belächelt sie mich. Wenn ich sage, das Schokolade und Co. möglichst lange nicht zum Speiseplan gehören sollten, hör ich das, was du oben geschrieben hast. Und meine eigene Mutter sagt: „Ach. Kriegste gar nicht mit.“ ?!? Muss sie sich nicht wundern wenn der Keks niht allein bei ihr bleiben wird.

    Ignorant, solche Leute. Und leider überall zu finden.

  2. Woah. Ich würde ausrasten.
    Musste meinen Schwiegereltern auch erst erklären, dass es im ersten Jahr keinen Zucker gab, aber sie hat das zum Glück akzeptiert.
    Mit vier Monaten ist der Darm doch überhaupt nicht bereit für sowas….
    Bei der Bekannten lässt du deine Maus besser nichts unbeobachtet.

    • Neeee! Hab es bei einem anderen Kommentar schon geantwortet:

      Habe heute mit meiner Mutter wieder darüber gesprochen, wie es mit meinem Bruder war. Er hatte starke Neurodermitis und siehe da, die Obstglas- Person hat ihm z.B. Gummibärchen zugesteckt, die er natürlich nicht vertrug.

      Denn „der arme Junge darf ja gar nichts“.

  3. Hatte ein ähnliches Erlebnis. Bei uns wollen manche unserer Kleinen soooo gerne mal den Schnulli in was Süßes dippen. Ich flipp dann immer aus und dann foppen sie mich noch mehr, aber ich kann nie sicher sein ob sie doch was bekommt!
    Höre auch ständig „gib ihr doch mal, die kann schon“ dann wird gespaßt „wann bekommst du endlich Schnitzel“ … Pass gut auf, du hast Recht und es ist deine Entscheidung! Lass dein Mädchen am besten mit dieser Person nicht alleine

    • Es ist schon fast arg traurig, kaum einem trauen zu können. :/
      Habe heute mit meiner Mutter gesprochen, wie es bei meinem Bruder [starke Neurodermitis] war. Genauso! Dem hat die Obstglas-Person Gummibärchen gegeben!
      Hat er natürlich nicht vertragen. :(

  4. Ah! Da könnte ich ausrasten, wenn ich sowas lese! Aber ich hab leider ähnliche Erfahrungen gemacht. Schwiegermütter die Baby heimlich Pudding füttern (und dann auf frischer Tat ertappt behaupten, er wollte doch so gern!!), Uromas die ständig Fragen, ob der 4-Monate alte nicht ein bisschen Sahne haben kann. Und mein Vater, der meinem Sohn mit 6 Monaten unbedingt Wassermelone füttern wollte (obwohl wir gerade erst mit Brei begonnen hatten), dann seine Lektion aber schmerzlich lernen musste, als der kleine sich dramatisch verschluckte.
    Warum glaubt eigentlich jeder, sich bei dem Thema immerzu einmischen zu dürfen und vor allem, über meine Wünsche hinweg setzten zu können?
    Ich fühle mit Dir und kann deinen Frust verstehen!
    Lg, Antonia

  5. Bei sowas bekomm ich auch das kalte Kotzen. Sorry für die Wortwahl.

    Bei unserer Kleinen betreiben wir BLW und haben damit angefangen, als sie volle 6 Monate alt war. Bis dahin gab es nur Muttermilch und fertig. Wenn da jemand ihr etwas anderes in den Mund gesteckt htte, wären wir beide ausgerastet.

    Mit steigendem Alter werden wir zunehmend lockerer. Die Kleine wird nächste Woche ein Jahr alt. Aber immer noch gilt: Wenn wir nicht wollen, daß sie etwas bekommt, dann ist das nicht. Fertig, aus. Wer es doch versucht, kann sich warm anziehen.

    Ich habe schon viel mitbekommen. Besonders durch das Netz. Direkt bei uns ist eher Ruhe in diese Richtung. Die Leute in unserem Umfeld wissen, wie wir ticken.

    Und von wegen Gemüse wird sofort wieder ausgespuckt: Das gehört zu der Entdeckung des Essens und betrifft nicht nur Gemüse. Und die Kleckerei hat man sowieso. Durch Füttern schiebt man es nur auf. Wir sind damit bald da durch :)

  6. Ich hatte erst neulich wieder „aber nur ein kleines Stück Schokolade“ abwehren müssen … obwohl die kleine durchaus in der Lage ist zu essen. Und ja, es ist schlimm, wenn kleine Kinder mit Zucker und co ungefragt vollgestopft werden.
    Es ist dein Kind. Du bist die Mama. Du machst die ansage. Und nur du!

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