Vertrauen und Ärzte

Als wir im Krankenhaus lagen wurden wir gefragt, zu welchem Kinderarzt wir gehen. Da ich mir noch nicht sicher war, nannte ich einfach die Ärztin, die mir vom Kindergarten her am bekanntesten war und einen guten Ruf hatte.

Es ging dann darum, dass M.’s Herzunterlagen zu genau dieser Ärztin geschickt wurden. Nach dem Urlaub der Ärztin machte ich dann auch einen Termin zur U3 aus. So weit, so gut.

Die U3 kam. Der Herzmann und ich gingen mit M. gemeinsam hin und der Termin war okay. Es war mir ein wenig zu hektisch, aber eben okay.

Dann kamen wir zum Thema impfen. Wir bekamen dazu Zettel in die Hand gedrückt und sollten die Termine ausmachen.

Ich habe einen Termin für eine Impfung (Rota) und einen für die U4 ausgemacht. Von 6-fach + Pneumokokken war hier noch keine Rede.

Als wir zur Rota- Impfung kamen, wurde M. noch mal kurz abgecheckt und es war alles okay.

NACH der Impfung meinte die Ärztin dann zu mir „Sie hat noch diese Herznebengeräusche, ich wollte es eigentlich erst nicht sagen!“. Sie huschte dann mit einem „Tschüss, in zwei Wochen ist die nächste Impfung“ aus der Tür. Generell war es wieder sehr hektisch.

ÖÖÖÖHM…

Ich fragte dann die Arzthelferin, von welcher Impfung sie reden würde.

Diese ratterte mir die Impfungen vor.

Ich ging, ohne weitere Termine auszumachen. Wir würden uns ja bei der U4 sehen und irgendwie war ich in dem Moment ein wenig überfordert und fühlte mich fremdbestimmt. Sie lässt da nicht mit sich reden. Die dreht sich um und weg ist sie und man steht da und klärt alles weitere mit der Empfangsdame.

Bei der U4 wurde sie ja wegen dem Infekt sowieso nicht geimpft. Schlaues Kind. Gepiekst wurde sie ja zur Blutabnahme trotzdem, weil sie ein „Herzpatient“ ist. Da müsse man ja sofort nachschauen, ob es was ernstes ist. Wegen dem geröteten Hals eines total aufgebrachten schreienden und weinenden Kindes! Genau diesem Kind gehts übrigens super. Da kam bisher weder Fieber noch sonstwas. Die „warme“ Temperatur hatte sie sicher nur, weil sie da schon so weinte und schrie.

Bei der U4 war es außerdem wieder sehr hektisch. Ich fühlte mich nicht wohl. Ich fühlte mich auch da teilweise bedrängt, was meine Meinung zu Stillen und Beikost angeht. Drei Personen haben mich in der Wartezeit befragt und beraten. Ich hörte immer wieder das gleiche. Man könnte ja jetzt schon so langsam anfangen. Irgendwann würde ihr die Muttermilch nicht mehr reichen. Ja, es hätte fast schon zum gestrigen Post gepasst. Fast! Denn die Praxis will ja den gesunden Weg mit Gemüse, nur meiner Meinung nach auch zu früh! Da lässt sich nun wohl einfach streiten. In den mitgegebenen Flyer steht auch etwas anderes, als mir die Arzthelferin da erklärt hat. Große Fragezeichen in meinem Kopf. Was soll der Quatsch? Sie haben sich meine Antworten aber notiert. [Nur wohl nicht gelesen, sonst hätten mir nicht alle genau die gleichen Fragen gestellt… Meine Zweite Idee war, dass sie von ihrer Chefin Fleißsternchen bekommen. Wer die meisten Fragen stellt, bekommt ein Sternchen.]

Wir hatten zwischen dem Impfen und der U4 einen Termin beim Kardiologe und dieser schickt die Ergebnisse immer in die Praxis.

Meint ihr, sie hätte sich diese durchgelesen o.ä.?

Nein.

Meint ihr, sie hätte mir zugehört, als ich ihr vom Termin erzählte?

Nein.

Meint ihr, sie hätte sich die Notizen der Arzthelferin in M.’s Akte durchgelesen? Diese fragte nämlich nach und notierte alles.

Nein.

In ihrem U-Heft steht noch immer der Befund von der U1, obwohl er nicht mehr so ist!

Und genau da hört mein Vertrauen so langsam aber sicher auf.

Und genau da mache ich mir Sorgen, ob ich übertreibe. Ob ich ihr noch eine Chance geben sollte?

Wir haben vier Termine bekommen. Alle mit Impfungen und zusätzlich die U5. Ich will manches NICHT impfen lassen und ich weiß jetzt schon, dass sie dies nicht unterstützen wird. Wieso? „Herzpatient“, ist hier ganz sicher wieder die Antwort.

Es ist kein gravierender Fehler! M. ist nicht eingeschränkt! Sie muss keine Medikamente nehmen! Das Loch ist SO mini, dass man es nur in der farblichen Ultraschalldarstellung des Blutflusses minimal erkennbar ist. Im normalen Ultraschall erkennt man NICHTS! Der Chefarzt der Kinderkardiologie hat es mir persönlich gezeigt und erklärt.

Und das zweite Loch ist komplett geschlossen! Dies war bereits bei der U3 der Fall! trotzdem stand es dort noch im U-Heft.

Ich war zuerst zufrieden. Es war okay und 1000x besser als der andere Arzt hier um die Ecke.

Aber:

Würde ich noch zu meinem Arzt gehen, wenn ich ihm nicht vertraue?

NEIN!

Warum sollte ich dann mein Kind dort hin bringen?

Und immer wieder rattert es in meinem Kopf

„Du übertreibst sicher nur.“

Heute Abend habe ich mich aber an den Laptop gesetzt und nach weiteren Kinderärzten gesucht.

Ich will das Beste für mein Kind und irgendwie geht das so nicht.

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5 Gedanken zu “Vertrauen und Ärzte

  1. Schlechte Ärztin wenn sie dich nicht mal richtig über die Impfungen aufklärt! Unsere Ki Ärztin ist auch pro Impfen, hat unsere Entscheidung nicht zu impfen aber akzeptiert und konstruktiv mit uns darüber gesprochen. In der letzten Konsequenz muss sie akzeptieren was ihr sagt, denn ihr entscheidet!
    Ich würde, nicht nur wegen dem Impf- Thema, den Arzt wechseln.
    Btw sind Impfungen bei einem herzkranken Kind (ohne genau zu wissen was sie hat) noch gefährlicher als schon für gesunde Babys. Gut dass du dich erst informiert hast.

  2. Ich würde wechseln. Habe ich damals auch, weil mir die erste Praxis viel zu voll war und ich den Arzt nur als vorbeirauschendes Wesen wahrnahm- auch bei der Untersuchung.
    Dass man mal warten muss, okay. Dass mal viel zu tun ist, auch. Aber beim 5. Mal war es dann auch das letzte Mal dass ich da war – ganz ohne Mini- Herzfehler!

  3. Ich denke, deine Intuition ist dein bester Berater. Und bei so einem wichtigen und empfindlichen Thema wie die Gesundheit des eigenen Kindes sollte man sich auch auf sein Gefühl verlassen! Du kennst die kleine Maus schließlich am besten!

  4. Wechsel die Ärztin! Wir hatten einen sehr guten Kinderarzt in der Geburtsstadt unseres Sohnes. Leider mussten wir nach einem Jahr umziehen und sind nun bei dem einzigen Kinderarzt im Ort. Dort ist immer Stress, keiner nimmt sich Zeit oder hört richtig zu. Geschweigedenn das man als Mutter eine andere Meinung haben darf. Meinem Sohn gefällt es dort auch nicht. Er fängt bereits bei der Anmeldung an zu weinen. Wir haben uns als Alternative jetzt einen Hausarzt gesucht, der auch Kinder behandelt. Dort sitzt man zwar ewig im Wartezimmer. Aber das ist der Preis dafür, dass der Arzt sich für jeden Patient so viel Zeit nimmt, wie er braucht.
    Der Wechsel hat sich trotzdem gelohnt!

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