Träume vs. Realität – Die Geburt als Wendepunkt {Muttiple Choice}

Mein letzter (öffentlicher) Beitrag ist nun schon mehrere Wochen her, den Grund könnt ihr euch ja sicher denken. Er oder sie ist nun schon knapp 6cm vom Schädel bis zum Steiß groß.

Habe ich in dieser Schwangerschaft wieder genaue Vorstellungen / Träume, wie es mit zwei Kindern sein soll? Sicherlich. Möchte ich nun schon darüber schreiben? Nein. Stattdessen möchte ich euch mal erzählen, wie ich mir das Leben mit Kind früher vorgestellt habe und was aus diesen Träumen wurde.

 

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Fangen wir mal mit der Geburt an:

Vor allem die Zeit im Kreißsaal nach der Geburt stellte ich mir immer sehr hormonüberflutet rosa plüschig vor. Das Kind ist endlich da, Haut auf Haut liegt man im Bett und legt sein es zum ersten mal an, alles andere ist egal.

Stattdessen musste man mir [wegen dem Schmerzmittel, welches bei mir nicht wirkte] meine Tochter kurze Zeit nach der Geburt weg nehmen und das Anlegen klappte auch überhaupt nicht.  Kaum auf dem Zimmer war das Augustmädchen wieder weg von mir und für ein paar Stunden in der Kinderklinik. Dafür war ihr Papa die ganze Zeit an ihrer Seite. Auch wenn man an der Situation nichts tun konnte, so fühl/te ich mich beraubt. Damals realisierte ich es kaum, ich funktionierte und realisierte erst später, was diese Zeit in mir auslöste.

 

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Stillen:

Man machte mir schon in der Schwangerschaft keine großen Versprechungen, was das Stillen anging. Ich ging also davon aus, ihr die Flasche zu geben, wenn es nicht klappen oder zu stressig werden sollte.

Tzja… auch wenn die erste Zeit blöd und sehr anstrengend war, so bekam sie nie Milchpulvernahrung und bis zum heutigen Tag stille ich das Augustmädchen noch. Die Nachtschwester, welche ich in meinen früheren Stillupdates schon mal erwähnte, motivierte mich damals wirklich sehr! Ebenso meine liebste Hebamme und viele lieben Menschen in meiner Twitter- Timeline!

Gedanken zum Thema Stillen * Weltstillwoche * Frust * Und dann kam der Tag…

 

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Schnuller:

Ich wollte ihr in den ersten Wochen keinen Schnuller geben, damit es nicht zu Verwirrungen kommt.

Nach der zweiten Nacht zu Hause bekam sie nachts einen Schnuller. Da sie anfangs mit der Flasche Muttermilch bekam und Stillen nur mit Hütchen klappte, war es dann auch total egal. Mit den ersten Zähnen [5 Monate] gewöhnte sie sich den Schnuller, Flaschen und das Hütchen komplett ab. Bietet man es ihr heute wieder an, kann sie damit wirklich überhaupt nichts anfangen.

Als die Schnullerfee kam…

 

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Beikost:

In meiner Vorstellung dachte ich immer, ich würde mit 6 Monaten anfangen Brei zu füttern. Damals hatte ich von Beikostreifezeichen und BLW / Breifrei noch nie etwas gehört.

Wir fingen dann tatsächlich schon mit 5 Monaten nach ihren Wünschen mit Fingerfood [Banane und Avocado] an und probierten auch ein paar mal Brei und leicht zerdrücktes Gemüse. Das Augustmädchen hatte aber einen sehr starken Willen und bekam dann doch nur noch Fingerfood.

 

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Windeln und Windelfrei:

Für mich war klar „Einwegwindeln“ zu benutzen. Von Windelfrei hatte nichts gehört, bis ich mich genauer mit Stoffwindeln beschäftigte. Diese kannte ich durch eine Dokumentation und dadurch durch einen Blog, glaube ich. Allerdings konnte ich es mir nicht so wirklich vorstellen.

Wenn ein Kind auf „Einwegwindeln“reagiert, muss man sich zwangsläufig informieren und irgendwann ins kalte Wasser springen. So kam ich auch zum Thema „Windelfrei“ [bzw. Ausscheidungskommunikation], welches wir in ihrem „noch nicht sehr mobilem Alter“ ausprobierten. Das klappte je nach meiner Konzentration ganz gut, irgendwann ließ ich es aber schleifen. Ab und zu hat sie allerdings Phasen, in denen sie Zeiten ohne Windel fordert und dann tatsächlich von sich aus auf ihr Töpfchen geht. [Dies glaubt man mir allerdings selten, denn angeblich können die das ja noch gar nicht… ja bla blubb…]. Ihre Ausscheidungen kommunizieren tue ich trotzdem noch, wenn möglich. Ich schaue sie ja nicht 24/7 an. Ich erkenne es an ihrer Körperspannung und ihrem Gesichtsausdruck.

In Stoff gewickelt * Stoffpopo? * Windeln

 

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Schlafen:

In der Schwangerschaft kaufte ich ein Gitterbett und ein Beistellbett, baute sie zusammen und freute mir ein Loch in den Bauch. DA würde sie bald schlafen. Es klingt ja so einfach – nach dem Stillen das Kind in sein Bettchen neben einem legen.

Tatsächlich lag sie kaum im Beistellbett, sondern eher Körperteile von mir, wenn es im großen Bett eng wurde. Ich kann auch an einer Hand abzählen, wie oft sie im Gitterbett schlief. Wieso? Weshalb? Warum? Weil es so für uns alle die Beste Lösung ist. Sie sucht nachts sowohl mich [zum Stillen], als auch ihren Papa [zum Ankuscheln]. Sie wird also noch eine Weile in der goldenen Mitte schlafen und für uns ist es in Ordnung. Dort wird immer ein Platz für sie sein.

Die goldene Mitte – Familienbett

 

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Kinderwagen, Tragetuch und Co.:

Kinderwagen kannte ich durch die Arbeit und ich wusste was ich wollte bzw. was ich nicht wollte. Tragetücher fand ich viel zu kompliziert und Tragen fand ich praktisch und interessant. Trotzdem…

… machte ich erstmal Anfängerfehler bezüglich Tragen. Wir bekamen eine Trage geschenkt und die war leider so gar nichts. Der Grund wurde mir erst klar, als ich anfing mich zu informieren!!! Fragt eure Suchmaschine nach einem Vergleich von Babytragen!!! Dies war dann der Grundstein meiner Sammlung von Tragen und Tüchern. So kompliziert ist das alles nämlich doch nicht und alle haben mir schon viele anstrengenden Tage oder Nächte gerettet. Ein Kinderwagen war trotzdem nie wegzudenken, da er bei Einkäufen [die meisten Einkäufe erledigen wir zu Fuß] für uns viel praktischer ist.

 

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Freundschaften:

Man stellt sich vor, dass die besten Freundinnen mit erleben, wie dein Kind aufwächst. Tatsache war nun leider, dass sich schon in der Schwangerschaft heraus stellte, wer keine beste Freundin war. Im Laufe des ersten Lebensjahres habe ich mich von einigen Freundschaften komplett verabschiedet. Im Gegenzug wurden andere Freundschaften gefestigt. Schade, aber auf falsche Freundschaften kann ich verzichten.

 

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Geschwisterkinder:

Wir wollten immer einen Abstand von ca. 3 Jahren, nun werden es genau 2 Jahre. Hätte man mir im Kreißsaal gesagt, dass ich zwei Jahre später wieder entbinden würde – ich hätte diese Person für verrückt erklärt und wirklich sehr gelacht [wenn mir nach Lachen gewesen wäre…]

 

Fazit:

Ich könnte wohl noch ewig Beispiele raus suchen. So zum Beispiel auch „Ich werde sie nie komplett in rosa oder pink kleiden“. Sogar das ist schon passiert. Oder: „TV gibt es nicht, bevor sie 3 wird.“ Oh… Schande über mein Haupt, mein Kind sieht ab und zu den Sandmann [damit ich die Küche aufräumen und Geschirr spülen kann]. Sie interessiert sich allerdings nur für den Vor- und Abspann, da dann Musik läuft.

Meiner Meinung nach ist folgendes wichtig – dem eigenen Gefühl vertrauen, dem KIND vertrauen, Geduld [tief Atmen], flexibel und offen für Unbekanntes bleiben.

Kinder funktionieren nicht nach Fahrplänen und können nicht nach einem Rezept umprogrammiert werden. Schon gar nicht um jeden Preis [z.B. Schlafprogramme und das Thema Vertrauen]. Versteht man, was ich sagen will?

Doch jeder sieht dies ja anders und jeder hat eben andere Prioritäten. Diese akzeptiere ich, wenn manchmal auch nicht ganz ohne zu zucken, das gebe ich zu. Denn: Wir Eltern sind die Experten unserer Kinder.

Jeder muss seinen eignen Weg finden und dieser kann eben auch Umwege und Abbiegungen haben. Ob wir sie in Form von Überlegungen annehmen, entscheiden wir als Eltern ja ganz allein.

Die Meinungen sind so bunt gemischt…

Das Augustmädchen liegt zum Beispiel auch mal 30 Minuten im Treppenhaus auf dem Boden oder 10 Minuten im Geschäft vor dem Eierregal. Manche verstehen es nicht und sagen ich sei zu weich oder zu faul, mich mit ihr auseinander zu setzen. Manche beglückwünschen mich für meine Geduld. Das andere Extrem ist ja „Das Kind soll ruhig schreien, schadet nicht.“ *blablabla* vs. „Ich lasse mein Kind nicht schreien!“. Erstere ignoriere ich [oder im Fall des Schreiens ärgere ich mich ein wenig… aber es ist ja nicht mein Kind, ne? Ich kann da nur als Beispiel voran gehen und es anders vorleben]  und bei den anderen freue ich mich über Gleichgesinnte.

 

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Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Projektes “Muttiple Choice” – 7 Mamas -1 Thema, welches Ann-Kathrin {munchkinshappyplace} ins Leben rief.

Das Thema im Januar lautet: Vorstellungen vs. Realität

Schaut unbedingt bei den anderen Mamas vorbei, welche im Laufe der Woche ihre Beiträge veröffentlicht haben oder noch veröffentlichen werden!

Ann- Kathrin {munchkinshappyplace 

Sarah {Mamagogik}

Ka {ich-und-du-und-du}

Anja{gaensebluemchensonnenschein}

Lea {Buntleben mit Lea}

Lisa {Mami Tilli}

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2 Gedanken zu “Träume vs. Realität – Die Geburt als Wendepunkt {Muttiple Choice}

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